»Wenn der Lautsprecher schweigt, wenn dem Regisseur keine Geräusche mehr einfallen und ein Engel durchs Zimmer geht, dann muss der Musiker einspringen« (Rudolf Arnheim)

Warum individuell komponierte Musik aus meiner Sicht wichtig ist

Von allen Künsten ist Musik die abstrakteste. Durch diese »Realitätsferne« wirkt sie besonders im Bereich des Unbewussten.

 

Für jedes Medium, das auf der Gefühlsebene wirken soll, ist die Musik die wertvollste Ergänzung.

 

Individualität und Singularität legen eine komponierte Musik näher als die Verwendung von Archivmusik, die möglicherweise anderswo in anderen Zusammenhängen erklingt.

 

Gerade in dokumentarischen Filmen gerät die Musik mehr und mehr zum signalartigen Reizmittel.

 

Da Film zu einer gewissen Kälte neigt, braucht er im Allgemeinen die Musik, um Wärme und menschliches Gefühl zu erzeugen.

 

Auch für eine gelungene Filmmusik ist es unerlässlich, dass der Komponist seinen musikalischen Überzeugungen folgen kann.

 

 
DSC_7583_edited.jpg

Was Musik in Ihrem Film bewirken kann

  • emotionalisieren

  • mögliche Bilderfluten gliedern, das Staccato eventuell schneller Einstellungsfolgen in einen kontinuierlichen Fluss bringen

  • hörbar machen, was in Bildern nicht sichtbar gemacht werden kann (z.B. Gefühle, Gedanken, vielleicht sogar Gerüche und Temperaturen von Räumen und Schauplätzen)

  • soziale, kulturelle und zeitgeschichtliche Hintergründe vermitteln

  • Bildinhalte vertiefen, paraphrasieren oder sie in ein bestimmtes Licht rücken

  • Bildinhalte kontrastieren, Widersprüche erzeugen, polarisieren, kontrapunktieren

  • karikieren, parodieren

  • (durch leitmotivische Arbeit) narrative Bezüge herstellen  

 

©2019 by Hannes Hugo | Copyright Fotos: Peetsche Peemöller